Technologie revolutioniert Energiemix, aber politische Vorgaben können nicht mithalten – DNV GL veröffentlicht Bericht über die Prognose der Energiewende

LONDON–()–Eine technologieorientierte Energiewende von unvorstellbarem Ausmaß und Tempo wird zu einer rapiden Abwendung vom Kohlenstoff im Energiemix führen, wobei bis 2050 nahezu die Hälfte unseres Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird, so ein neuer Bericht. Absackende Technologiekosten und starke Marktkräfte treiben den Wandel voran, aber ohne kühne politische Vorgaben, werden wir weit hinter den Pariser Klimazielen zurückbleiben. Dies sind einige der Ergebnisse der dritten Ausgabe des Berichts Energy Transition Outlook (ETO), der sich dank der Unabhängigkeit und technischen Expertise von DNV GL zu einer angesehenen Stimme bei der Vorhersage unserer Energiezukunft entwickelt hat.

Das Tempo des Wandels zeigt sich in einer Serie von Meilensteinen, die in den nächsten zehn Jahren zu erwarten sind. Der Erdölverbrauch erreicht Mitte der 2020er Jahre seinen Höhepunkt, Investitionsausgaben (CAPEX) für das Stromnetz und erneuerbare Energien werden die Investitionsausgaben für fossile Kraftstoffe bis 2025 übertreffen, Erdgas wird Erdöl als größte Einzelenergiequelle 2026 hinter sich lassen und ab 2030 wird die produzierte Energiemenge allmählich abnehmen, auch wenn das BSP der Welt steigt.

Die Elektrifizierung wird die Energieproduktion und den Energieverbrauch transformieren. Bis zur Jahrhundertmitte werden 40 Prozent des Endbedarfs durch Elektrizität gedeckt (2017: 19 %), und 63 Prozent davon werden aus Sonnen- (PV) und Windenergie generiert. Elektrifizierung wird auch den Straßenverkehr drastisch beeinflussen und bis 2032 wird jeder zweite verkaufte Neuwagen weltweit ein Elektrofahrzeug sein. Die Eigeneffizienz des Elektromotors bedeutet, dass der globale Fuhrpark 2050 trotz einer 75-prozentigen zahlenmäßigen Zunahme weniger Energie im Straßenverkehr verbraucht, als das heute der Fall ist.

„Die bestehende Technologie kann uns die gewünschte Zukunft verschaffen – einschließlich des im Pariser Klimaabkommen gesetzten Zielwerts von 1,5°C. Bisher fand die Energiewende jedoch nur allzu sporadische Unterstützung. Beispielsweise spielt die Unterstützung der Solarstromindustrie in Deutschland, Japan und China eine entscheidende Rolle bei der Veränderung des Energiemixes in diesen Ländern, und in Norwegen und China finden Elektrofahrzeuge aufgrund staatlicher Unterstützung großen Anklang. Wir brauchen weit verbreitete politische Vorgaben, die aufstrebende Technologien fördern und diese Befürwortung auch in der Aufbauphase fortsetzen, um die Energiewende zu beschleunigen“, erklärte Remi Eriksen, Group President und CEO von DNV GL.

Wir verfügen über die Technologie, um die Pariser Zielwerte zu erreichen, aber politische Richtlinien sind notwendig, die größere Energieeffizienz, mehr erneuerbare Energiequellen und Kohlenstoffabscheidung und -speicherung in industriellem Ausmaß fördern. DNV GL schlägt zehn Maßnahmen vor, die zur Begrenzung des Klimawandels ergriffen werden könnten. Dazu gehören: jährliche Investitionen in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar zur Erweiterung und Verstärkung der Stromnetze, eine achtfache Steigerung der Produktion erneuerbarer Energie bis 2030 und eine 50-fache Steigerung der Herstellung von Batterien für die 50 Millionen Elektrofahrzeuge, die pro Jahr gebraucht werden, ebenfalls bis 2030. Wenn es so weitergeht wie bisher, erreichen die CO2-Emissionen 2025 ihren Höhepunkt und sinken dann bis Mitte dieses Jahrhunderts auf etwa die Hälfte ihres aktuellen Wertes ab, was einer Klimaerwärmung um 2,4 Grad bis Ende des Jahrhunderts entspricht.

Politikmacher können sich durch die Erschwinglichkeit der Energiewende ermutigen lassen. Die globalen Aufwendungen für Energie liegen derzeit bei 3,6 Prozent des BSP, werden jedoch bis 2050 auf 1,9 Prozent absinken. Dies ist einem Rückgang der Ausgaben für fossile Brennstoffe und dem Anstieg einer kostengünstigen, effizienten Elektrifizierung zu verdanken, die zu betrieblichen Einsparungen führt, welche die laufenden, erheblichen Investitionsausgaben in Stromnetze mehr als ausgleichen. Dies zeigt sich in rückläufiger Energieintensität – der je BSP-Einheit erforderlichen Energiemenge -, die sich bis 2050 jährlich um 2,4 Prozent verbessern wird. In Zukunft nimmt die Energieintensität schneller ab als die Weltwirtschaft wächst, was zu einem Gipfelpunkt im weltweiten Energiebedarf bis 2030 führt. Danach geht der Energieverbrauch der Menschen allmählich zurück.

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